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Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg hat das Energieszenario vom März 2011 veröffentlicht. Es zeigt, wie in Baden-Württemberg bis zum Abschalten des letzten Atomkraftwerks im Jahr 2022 die Erneuerbaren Energien die entsprechende Stromproduktion sicher stellen können. Es zeigt darüber hinaus, wie ein Entwicklungspfad bis 2050 aussehen könnte.
Seit Fukushima und den Wahlen in Baden-Württemberg bin ich wie elektrisiert. Ich spüre, dass wir jetzt die Gelegenheit haben, das endgültig umzusetzen, was mein berufliches Lebensthema seit 1977 ist: die Energiewende hin zu den Erneuerbaren, hin zu einem nachhaltigen Umgang mit Energie und Ressourcen überhaupt.
Eine Meldung der dpa aus der Badischen Zeitung vom heutigen Frühlingsanfang 21.3.11 möchte ich im Originaltext wiedergeben.
In der Presseinformation der Donauer Solartechnik vom 17.3.2011 wird eine Berechnung des Fraunhofer ISE zitiert, nach der schon seit über fünf Jahren die erneuerbaren soviel Strom produzieren, dass die sechs ältesten Atomkraftwerke hätten abgeschaltet werden können.
Das ist der Titel der Presseinformation des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE zu einer Studie, die heute herauskam. Und die Schlagzeile, die ich in der Zeitung eines Tages noch lesen will, ist: Erneuerbare Energien haben Atomkraft ersetzt. Die Studie und weitere Infos kann man auf der Website des Instituts herunterladen. Die Studie war zufällig für heute zur Veröffentlichung vorgesehen!
In der heutigen SWR2 Sendung „Wissen“ sprach der Journalist Reinhard Kahl unter dem Titel „Bulimie-Lernen - Wie das Internet die Bildung verändert“ über nachhaltiges Lernen im Zeitalter von Web 2.0. Er schlägt dabei auf unterhaltsame Art einen großen Bogen, in dem auch Finanzkrise und unsere Orientierung auf kurzfristigen Effekt wie beiläufig und dabei überzeugend dargestellt werden. Er inspiriert und regt zum eigenen Nachdenken an – ich denke auch an den japanischen Atomunfall. Beim SWR2 können Sie das Manuskript und eine Audiodatei als Podcast herunterladen. Wenn es nicht klappt, wenden Sie sich an mich. Ich empfehle Ihnen, es anzuhören, denn die Art wie Herr Kahl spricht, macht die Botschaft noch überzeugender.
In Japan droht nach einem Erdbeben ein atomarer GAU in mindestens einem Atomkraftwerk. GAU heißt größter anzunehmender Unfall. Es ist das Risiko, das Ingenieure bei der Auslegung eines Atomkraftwerks noch berücksichtigen. Die Risikowahrscheinlichkeit, dass ein GAU eintritt, ist sehr gering. Deshalb verdrängen das die meisten Menschen. WENN der Gau eintritt, ist jedoch die Höhe der möglichen Folgen unvorstellbar hoch. Das hat 1986 Tschernobyl gezeigt – und dabei auch die Bewusstheit für den Unterschied zwischen Risikohöhe und Risikowahrscheinlichkeit enorm gesteigert. Es gibt Risiken, deren Folgen so verheerend sind, dass man sie einfach nicht in Kauf nehmen darf, egal wie unwahrscheinlich sie sind. Für mich heißt das, dass es keine „friedliche“ Nutzung der Atomenergie geben kann, weil ihre Folgen die schlimmsten Kriege in den Schatten stellen können.
George Orwell beschrieb in "Farm der Tiere", wie die regierenden Schweine den demokratischen Grundsatz "Alle Schweine sind gleich" umgingen: "Some pigs are more equal than others". Daran musste ich denken, als ich am 13. Januar in der Badischen Zeitung las, dass Frau Merkel zu einem Energiegipfel nur die Vertreter der herkömmlichen Energiewirtschaft eingeladen hatte. Diese würden sich auch im Bereich der erneuerbaren Energien engagieren, deshalb sei dieser Bereich "durchaus vertreten".Später hieß es dann zur Begründung, warum man die erneuerbaren Energien drosseln müsste, "Schon jetzt müssen Atomkraftwerke wegen des Einspeisevorrangs für Sonnen - und Windstrom heruntergeregelt werden." Ja ist das nicht letztlich das Ziel - auch der Regierung ? Wenn man nicht wüsste, wie konsequent sich Frau Merkel bei internationalen Klimagipfeln stets für den Ausbau der erneuerbaren Energien einsetzt, könnte man glatt auf die Idee kommen, Sonne, Wind & Co haben ihre Hausaufgaben besser gemacht als die herkömmliche Energiewirtschaft und der Erfolg bedroht die Erträge aus der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke. Vielleicht sind doch einige Schweine gleicher als andere?
Energie mit Zukunft - Das bewegte mich als ich mich 1977 als Physiker für die Solarenergie als Berufsfeld entschied und das möchte ich zum ersten Thema in unserer neuen Website machen. Viele meiner Wünsche haben sich erfüllt seit damals. So sind die erneuerbaren Energien zu einer weltweiten Industrie geworden, werden nationale und europaweite Ziele für eine nachhaltige Energieversorgung mit erneuerbaren Energien gesetzt. Doch ein Wunsch ist noch offen: Dass herkömmliche und zukünftige Energiewirtschaft an einem Strang ziehen. Für mich ist die Laufzeitverlängerung bei Atomkraftwerken durch die Politik ein Rückschritt in ein kurzsichtiges Löcherstopfen statt einer nachhaltigen Umsetzung der eigenen Ziele. Dabei meine ich nicht nur die hehren Motive des Klimaschutzes sondern ganz banal auch die Kosten. Die Politik freut sich über rund 15 Milliarden Euro Zusatzeinnahmen. Doch die Mehrkosten einer herkömmlichen Energieversorgung mit Atom und fossiler Energie belaufen sich bis 2050 auf 730 Milliarden Euro. Das hat der Forschungsverbund Erneuerbare Energien FVEE 2010 in einer Studie detailliert niedergelegt. Zwei Zitate daraus: