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Die Transformation im Bereich „Wärme“ wird uns vor allem bei den Gebäuden im Alltag betreffen. 2050 werden wir auf fossiles Öl und Gas vollkommen verzichten. Direkte Solarthermie stellt im Energiekonzept 2050 etwa ein Viertel, Bioenergie und Kraft-Wärme-Kopplung ein weiteres Viertel an Nutzenergie bereit. Den Rest kommt vor allem von Überschussstrom in Form von regenerativ hergestellten Gasen - zum Beispiel Elektrolyse von Wasser - und von Geothermie oder anderer Umweltwärme über Wärmepumpen.
Auch der Verkehr des Jahres 2050 kommt ohne fossile Treibstoffe aus. Etwa je zur Hälfte werden Biotreibstoffe und regenerativer Strom uns und die Volkswirtschaft in Bewegung zu halten. Der Hauptgewinn liegt wieder in der Effizienz, die zwei- bis dreimal höher sein wird als heute, wo nur rund 20 Prozent der Primärenergie wirklich zur Fortbewegung dienen.
Die Energiewende ist beschlossene Sache. Das ist gut, Weniger gut finde ich, dass man so wenig von ihr hört. Deswegen möchte ich in zunächst vier Folgen grob zeigen, wie unser heutiges, fossil und nuklear basiertes Energiesystem in ein nachhaltiges System umgebaut werden kann.
Für die Energiewende muss auch das Stromnetz aus- und umgebaut werden. Doch vieles, was in der Diskussion als „intelligentes Stromnetz“ oder „Smart Grid“ bezeichnet wird, ist mehr eine Frage des Marktes als des Stromnetzes. Ein Eckpunktepapier der Bundesnetzagentur schafft Klarheit – nicht nur bei den Begriffen.
Thomas Nordmann (TNC) hat eine kurzweiilge Zusammenfassung des 27. OTTI PV Symposiums gemacht. Besonders lesenswert finde ich seine "persönlichen Gedanken" zum Schluss, die der Leitkuh auch Hinweise zur Demokratie mitgeben.
Aufruf zu einem Runden Tisch Energiewende
“Wehe denen, die sich weigern zu folgen, wenn das Licht sie ruft.”
Fritz Werner
Während des OTTI Photovoltaik Symposiums in Kloster Banz vom 29.2.-2.3.12 war natürlich die geplante Kürzung der Einspeisevergütung durch das Erneuerbar Energien Gesetz ein großes Thema. Neben der direkten Betroffenheit war vielen auch unklar, welchen Sinn diese Änderungen haben, welche Interessen dahinter verborgen sind. Aus vielen Gesprächen habe ich folgende Faktenlage verstanden:
Das Energiewirtschaftsgesetz ist nicht für die Energiewende ausgelegt. Es regelt einen zentralen Markt mit wenigen Versorgern und vielen Abnehmern. Es schafft zum Beispiel wenig Anreiz für die Bereithaltung von Regelenergie, die Fluktuationen der Erneuerbaren auffangen könnte. Hier müs-sen ein Kapazitätsmarkt geschaffen und Regeln für ein dezentrales, bidirektionales intelligentes Stromnetz aufgestellt werden, um neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen.
Die Erneuerbaren Energien beginnen immer stärker in die traditionellen Geschäftsfelder der großen vier großen EVU einzuschneiden, die rund 80 % der Stromerzeugungskapazität betreiben. Sie ver-lieren durch die sinkenden Preise an der Strombörse und durch das Abschalten der Kernkraftwerke massiv an Umsatz und müssen Zehntausende Arbeitsplätze abbauen. Diese Gruppe ist vor allem damit beschäftigt, sich neu zu strukturieren kämpft um ein neues Selbstverständnis und das Über-leben.
Die Übertragungsnetzbetreiber und die Bundesnetzagentur kümmern sich um die technische Funk-tionstüchtigkeit des Netzes, nicht weniger und nicht mehr.
Die regionalen und kommunalen Energieversorger sind zwar oft innovativ. Sie haben aber zum einen nicht die nötigen Mittel für große Änderungen, zum anderen bricht ihnen gerade die Renta-bilität von Spitzenlastkraftwerken oder Kraft-Wärme-Kopplung weg, weil die Erneuerbaren durch den Merit-Order-Effekt die Preise an der Strombörse reduzieren.
Die Politik müsste in dieser Situation des Übergangs mit teilweise chaotischen Zuständen, energisch und an langfristigen Zielen der Nachhaltigkeit orientiert Rahmen setzen, die das unglaubliche wirt-schaftliche und gesellschaftliche Potenzial der Energiewende zum Wohle aller ausschöpft.
Viele Stimmen, die ich hörte sprachen von „Tankern“, die einfach weiter die Richtung fahren, in der sie schon immer fahren und davon, dass die Energiewende weder von der Bundesregierung noch den vier großen EVU wirklich mit dem Herzen und aus voller Überzeugung gewollt ist. Der versuchte Ausstieg aus dem Kernenergieausstieg Ende 2010, der radikale Ausstieg aus diesem Aus-stieg nach Fukushima und die Etablierung der Energiewende und jetzt die wenig nachvollziehbare Änderung des Erneuerbaren Energien Gesetz EEG, die einer dritten radikalen Kehrtwende innerhalb von 15 Monaten gleichkommt, vermitteln eher den Eindruck einer von den Umständen getriebenen statt einer weitsichtig gestaltenden Politik.
Ich glaube, dass alle Beteiligten nach bestem Wissen und Gewissen ihren Job tun, doch offensicht-lich ist das nötige Umdenken so groß, dass es für die Geburtshilfe eines neuen Energiesystems auch eines neuen Impulses bedarf. Ich möchte an dieser Stelle einen „Runden Tisch Energiewende“ vor-schlagen, der alle Akteure an einen Tisch bringt und auf gleichermaßen faire wie weitsichtige Weise die Energiewende aktiv voranbringt. Ziele sollten sein
- angemessene Berücksichtung der Interessen der alten und neuen Akteure
- Sicherung des Know-hows aus traditioneller und erneuerbarer Energiewirtschaft und Anreiz für Innovationen durch neue Geschäftsmodelle
- im Zweifel Vorrang für die übergeordneten Ziele der nachhaltigen Energieversorgung und des Gemeinwohls, die wissenschaftlichen Kriterien genügen müssen.
Liebe FreundInnen, Bekannte, Engagierte,
Umweltminister Roettgen und Wirtschaftsminister Roesler
wollen die Foerderung der Fotovoltaik so drastisch kuerzen,
dass kaum noch neue Solaranlagen ans Netz gehen wuerden.
Dies bedroht die gesamte Energiewende und zerstört die deutsche Photovoltaikindustrie mit 130.000 Arbeitsplätzen.
Am Mittwoch entscheidet das Bundeskabinett ueber das
Vorhaben der beiden Minister. Jetzt muss Bundeskanzlerin
Merkel sie stoppen!
Ich habe mich gerade an einem Online-Appell gegen den
Kahlschlag bei der Solarenergie beteiligt. Ich würde mich freuen, wenn auch du/Sie unterzeichnen.
http://www.campact.de/enb/sn3/signer
Viele Gruesse
Klaus Heidler (derzeit vom OTTI PV Symposium in Kloster Banz, wo rund 1000 Teilnehmende eine Erklärung zu dem Thema vorbereiten)
Erstmals haben die Erneuerbaren Energien mehr zur gesamten Energieversorgung in Deutschland beigetragen als die Atomkraft. Die AG Energiebilanzen ermittelte für 2011 folgende Anteile am Primärenergieverbrauch:
Ob es darum geht, sich selbst gesünder zu ernähren, Mitarbeitende für ungewohnte Arbeiten zu motivieren oder eine Gesellschaft dazu zu bringen, mit Energie sorgsamer umzugehen – es scheint unendlich schwierig aus eingefahrenen Bahnen auszusteigen. Der Hirnforscher und Psychiater Gerald Hüther hat in einem inspirierenden Vortrag "Projekt Gesundheit" der Hörfunkreihe SWR2 Wissen praktische Tipps dazu gegeben.
Wussten Sie, dass 51% der Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in der Hand von Privatpersonen und Landwirten sind? Die erneuerbaren Energien sind damit tatsächlich eine Bürgerenergie. Von der Förderung der erneuerbaren Energien profitieren damit die Menschen doppelt – durch den Aufbau einer klimafreundlichen Energieerzeugung, die wir unseren Kindern hinterlassen und durch die Einnahmen aus der Beteiligung an entsprechende Anlagen.