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Mir scheint die Diskussion über die Energiewende hat sich vom eigentlichen Grund, warum wir sie machen, gelöst. Es wird über Strompreise und PV-Gewinnler diskutiert, onshore und offshore, Windkraft ja oder nein, aber nicht bei mir... Vielleicht ist es zum Teil dem Erfolg des Erneuerbaren Energien Gesetzes und dem Boom der Photovoltaik geschuldet, dass es sich die meisten Menschen in einer Art Versorgungsmentalität bequem machen.
Schon seit Mitte 2012 wird solare Prozesswärme gefördert. Mit solarer Wärme kann man nämlich nicht nur warm duschen. Mit Solarwärme kann man Dampfnetze in der Industrie unterstützen oder einfach Betriebsmittel vorwärmen. Viele Prozesse zum Beispiel in den Branchen Lebensmittel, Chemie, Pharmazie benötigen nur Temperaturen zwischen 40 und 140 Grad. Auch Anlagenbauer im Bereich Waschen, Kochen oder Trocknen können neue Produkte mit Solarunterstützung entwickeln. Auch für gewerbliche Anwendungen wie in Wäschereien ist solarthermische Prozesswärme ein attraktive Option. Allein in Deutschland wird das Potenzial für solare Prozesswärme bis 250 Grad auf 25 Gigawatt geschätzt.
Vor kurzem durfte ich einen Pressetext für das Fraunhofer ISE zum Öldampfbrenner schreiben. Zunächst war ich irritiert: Was haben fossile Energien bei einem Solarforschungsinstitut "verloren". Doch beim näheren Hinschauen verstand ich das und erkannte auch praktische Vorteile für die Energiewende aus dieser Entwicklung.
Auf dem OTTI PV Symposium 2013 gab es am Freitag den 8. März um 8:45 Uhr einen kurzfristig eingeschobenen Vortrag von Hans-Josef Fell, dem "Vater" des EEG. Nach dem Vortrag gingen etwa 100 Personen mit ihm in einen spearaten Raum und diskutierten. Es entstand eine sehr dichte Atmosphare und es bildete sich der Wunsch heraus, etwas zu tun.
Professor Volker Quaschning von der HTW Berlin hielt auf dem OTTI Photovoltaik Symposium einen gut aufbereiteten Vortrag zur aktuellen Politik in Sachen Erneuerbare Energien. Ein Faktum hat mich besonders beeindruckt:
Die Autoren der Fraunhofer ISE Studie zur 100% Versorgung Deutschlands mit regenerativen Energien, Hans-Martin Henning und Andreas Palzer, haben bei ihren Untersuchungen auch das technische Potenzial der Windenergie untersucht. Sie kommen auf 200 Gigawatt auf dem Land (onshore) und 85 Gigawatt offshore.
Das Fraunhofer ISE hat in einer Studie dargelegt, dass nicht nur die Enrgiewende möglich ist, sondern sich Deutschland sogar innerhalb seiner Landesgrenze energieautark versorgen kann. Natürlich ist das angesichts der Einbindung in das europäische Verbundnetz nicht sinnvoll, aber es zeigt die Möglichkeiten!
Manche befürchten, dass der steigende Strompreis zu sozialen Ungerechtigkeiten führen könnte. Dazu darf es sicher nicht kommen. Es ist allerdings kein Argument gegen erneuerbare Energien und die Energiewende, sondern sollte Ansporn sein, sowohl im privaten wie im Industriebereich nachzudenken, wie man die Stromkosten senken kann.
Vor urnd 10 Jahren hatte ich die Aufgabe für Shell in Gelsenkirchen ein Photovoltaik Informationszentrum zu gestalten. Dabei entstand ein "Energietisch", dessen Tischplatte die Anteile verschiedener Energieträger im Jahr 2050 wiedergab.
Stromgewinnung mit Solarzellen durch Photovoltaik kennt jeder. Doch man kann mit Sonnenlicht und konzentrierenden Spiegeln so hohe Temperaturen erzeugen, dass damit in nachgeschalteten Dampfkraftwerken kostengünstig Strom erzeugt werden kann.