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Die Transformation im Bereich „Wärme“ wird uns vor allem bei den Gebäuden im Alltag betreffen. 2050 werden wir auf fossiles Öl und Gas vollkommen verzichten. Direkte Solarthermie stellt im Energiekonzept 2050 etwa ein Viertel, Bioenergie und Kraft-Wärme-Kopplung ein weiteres Viertel an Nutzenergie bereit. Den Rest kommt vor allem von Überschussstrom in Form von regenerativ hergestellten Gasen - zum Beispiel Elektrolyse von Wasser - und von Geothermie oder anderer Umweltwärme über Wärmepumpen.
Auch der Verkehr des Jahres 2050 kommt ohne fossile Treibstoffe aus. Etwa je zur Hälfte werden Biotreibstoffe und regenerativer Strom uns und die Volkswirtschaft in Bewegung zu halten. Der Hauptgewinn liegt wieder in der Effizienz, die zwei- bis dreimal höher sein wird als heute, wo nur rund 20 Prozent der Primärenergie wirklich zur Fortbewegung dienen.
Die Energiewende ist beschlossene Sache. Das ist gut, Weniger gut finde ich, dass man so wenig von ihr hört. Deswegen möchte ich in zunächst vier Folgen grob zeigen, wie unser heutiges, fossil und nuklear basiertes Energiesystem in ein nachhaltiges System umgebaut werden kann.
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg hat das Energieszenario vom März 2011 veröffentlicht. Es zeigt, wie in Baden-Württemberg bis zum Abschalten des letzten Atomkraftwerks im Jahr 2022 die Erneuerbaren Energien die entsprechende Stromproduktion sicher stellen können. Es zeigt darüber hinaus, wie ein Entwicklungspfad bis 2050 aussehen könnte.
Aufruf zu einem Runden Tisch Energiewende
“Wehe denen, die sich weigern zu folgen, wenn das Licht sie ruft.”
Fritz Werner
Während des OTTI Photovoltaik Symposiums in Kloster Banz vom 29.2.-2.3.12 war natürlich die geplante Kürzung der Einspeisevergütung durch das Erneuerbar Energien Gesetz ein großes Thema. Neben der direkten Betroffenheit war vielen auch unklar, welchen Sinn diese Änderungen haben, welche Interessen dahinter verborgen sind. Aus vielen Gesprächen habe ich folgende Faktenlage verstanden:
Das Energiewirtschaftsgesetz ist nicht für die Energiewende ausgelegt. Es regelt einen zentralen Markt mit wenigen Versorgern und vielen Abnehmern. Es schafft zum Beispiel wenig Anreiz für die Bereithaltung von Regelenergie, die Fluktuationen der Erneuerbaren auffangen könnte. Hier müs-sen ein Kapazitätsmarkt geschaffen und Regeln für ein dezentrales, bidirektionales intelligentes Stromnetz aufgestellt werden, um neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen.
Die Erneuerbaren Energien beginnen immer stärker in die traditionellen Geschäftsfelder der großen vier großen EVU einzuschneiden, die rund 80 % der Stromerzeugungskapazität betreiben. Sie ver-lieren durch die sinkenden Preise an der Strombörse und durch das Abschalten der Kernkraftwerke massiv an Umsatz und müssen Zehntausende Arbeitsplätze abbauen. Diese Gruppe ist vor allem damit beschäftigt, sich neu zu strukturieren kämpft um ein neues Selbstverständnis und das Über-leben.
Die Übertragungsnetzbetreiber und die Bundesnetzagentur kümmern sich um die technische Funk-tionstüchtigkeit des Netzes, nicht weniger und nicht mehr.
Die regionalen und kommunalen Energieversorger sind zwar oft innovativ. Sie haben aber zum einen nicht die nötigen Mittel für große Änderungen, zum anderen bricht ihnen gerade die Renta-bilität von Spitzenlastkraftwerken oder Kraft-Wärme-Kopplung weg, weil die Erneuerbaren durch den Merit-Order-Effekt die Preise an der Strombörse reduzieren.
Die Politik müsste in dieser Situation des Übergangs mit teilweise chaotischen Zuständen, energisch und an langfristigen Zielen der Nachhaltigkeit orientiert Rahmen setzen, die das unglaubliche wirt-schaftliche und gesellschaftliche Potenzial der Energiewende zum Wohle aller ausschöpft.
Viele Stimmen, die ich hörte sprachen von „Tankern“, die einfach weiter die Richtung fahren, in der sie schon immer fahren und davon, dass die Energiewende weder von der Bundesregierung noch den vier großen EVU wirklich mit dem Herzen und aus voller Überzeugung gewollt ist. Der versuchte Ausstieg aus dem Kernenergieausstieg Ende 2010, der radikale Ausstieg aus diesem Aus-stieg nach Fukushima und die Etablierung der Energiewende und jetzt die wenig nachvollziehbare Änderung des Erneuerbaren Energien Gesetz EEG, die einer dritten radikalen Kehrtwende innerhalb von 15 Monaten gleichkommt, vermitteln eher den Eindruck einer von den Umständen getriebenen statt einer weitsichtig gestaltenden Politik.
Ich glaube, dass alle Beteiligten nach bestem Wissen und Gewissen ihren Job tun, doch offensicht-lich ist das nötige Umdenken so groß, dass es für die Geburtshilfe eines neuen Energiesystems auch eines neuen Impulses bedarf. Ich möchte an dieser Stelle einen „Runden Tisch Energiewende“ vor-schlagen, der alle Akteure an einen Tisch bringt und auf gleichermaßen faire wie weitsichtige Weise die Energiewende aktiv voranbringt. Ziele sollten sein
- angemessene Berücksichtung der Interessen der alten und neuen Akteure
- Sicherung des Know-hows aus traditioneller und erneuerbarer Energiewirtschaft und Anreiz für Innovationen durch neue Geschäftsmodelle
- im Zweifel Vorrang für die übergeordneten Ziele der nachhaltigen Energieversorgung und des Gemeinwohls, die wissenschaftlichen Kriterien genügen müssen.
Liebe FreundInnen, Bekannte, Engagierte,
Umweltminister Roettgen und Wirtschaftsminister Roesler
wollen die Foerderung der Fotovoltaik so drastisch kuerzen,
dass kaum noch neue Solaranlagen ans Netz gehen wuerden.
Dies bedroht die gesamte Energiewende und zerstört die deutsche Photovoltaikindustrie mit 130.000 Arbeitsplätzen.
Am Mittwoch entscheidet das Bundeskabinett ueber das
Vorhaben der beiden Minister. Jetzt muss Bundeskanzlerin
Merkel sie stoppen!
Ich habe mich gerade an einem Online-Appell gegen den
Kahlschlag bei der Solarenergie beteiligt. Ich würde mich freuen, wenn auch du/Sie unterzeichnen.
http://www.campact.de/enb/sn3/signer
Viele Gruesse
Klaus Heidler (derzeit vom OTTI PV Symposium in Kloster Banz, wo rund 1000 Teilnehmende eine Erklärung zu dem Thema vorbereiten)
Die Diskussion um das EEG und die Photovoltaik treibt immer exotischere Blüten. So wird gesagt, man solle doch Wasserkraft oder Wind nehmen, die würden nicht so viel Einspeisevergütung bekommen und gleichzeitig mehr Energie liefern.
Diese populistischen Behauptungen können mit einer Grafik (entnommen aus „Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland“ des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE) auf mehrere Weisen sachlich beantwortet werden:
Seit kurzem ist die neueste Version des Dokuments „Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland“ auf der Website des Fraunhofer ISE online. Ein Blick lohnt sich.
Wie viel Strom liefert die Photovoltaik wirklich? Was tragen die anderen Erneuerbaren bei? Was kostet die Photovoltaik den Endkunden? Diese und viele andere Fragen werden wissenschaftlich akkurat von Dr. Harry Wirth, vom Fraunhofer ISE in seinen Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland beantwortet.
Immer wieder wird versucht, die Energiewende und dort speziell die Photovoltaik in Misskredit zu ziehen. Es ist tatsächlich so, dass die Photovoltaik JETZT mehr kostet als die Windenergie. Das war so geplant, weil eine komplett neue Technik industrie- und dann marktfähig gemacht werden muss. Es ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft. Wie bei jeder sinnvollen Investition steht am Anfang die Geldausgabe und am Ende der Profit.