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Mir scheint die Diskussion über die Energiewende hat sich vom eigentlichen Grund, warum wir sie machen, gelöst. Es wird über Strompreise und PV-Gewinnler diskutiert, onshore und offshore, Windkraft ja oder nein, aber nicht bei mir... Vielleicht ist es zum Teil dem Erfolg des Erneuerbaren Energien Gesetzes und dem Boom der Photovoltaik geschuldet, dass es sich die meisten Menschen in einer Art Versorgungsmentalität bequem machen.
Die Autoren der Fraunhofer ISE Studie zur 100% Versorgung Deutschlands mit regenerativen Energien, Hans-Martin Henning und Andreas Palzer, haben bei ihren Untersuchungen auch das technische Potenzial der Windenergie untersucht. Sie kommen auf 200 Gigawatt auf dem Land (onshore) und 85 Gigawatt offshore.
Das Fraunhofer ISE hat in einer Studie dargelegt, dass nicht nur die Enrgiewende möglich ist, sondern sich Deutschland sogar innerhalb seiner Landesgrenze energieautark versorgen kann. Natürlich ist das angesichts der Einbindung in das europäische Verbundnetz nicht sinnvoll, aber es zeigt die Möglichkeiten!
Die Diskussion um das EEG und die Photovoltaik treibt immer exotischere Blüten. So wird gesagt, man solle doch Wasserkraft oder Wind nehmen, die würden nicht so viel Einspeisevergütung bekommen und gleichzeitig mehr Energie liefern.
Diese populistischen Behauptungen können mit einer Grafik (entnommen aus „Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland“ des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE) auf mehrere Weisen sachlich beantwortet werden:
George Orwell beschrieb in "Farm der Tiere", wie die regierenden Schweine den demokratischen Grundsatz "Alle Schweine sind gleich" umgingen: "Some pigs are more equal than others". Daran musste ich denken, als ich am 13. Januar in der Badischen Zeitung las, dass Frau Merkel zu einem Energiegipfel nur die Vertreter der herkömmlichen Energiewirtschaft eingeladen hatte. Diese würden sich auch im Bereich der erneuerbaren Energien engagieren, deshalb sei dieser Bereich "durchaus vertreten".Später hieß es dann zur Begründung, warum man die erneuerbaren Energien drosseln müsste, "Schon jetzt müssen Atomkraftwerke wegen des Einspeisevorrangs für Sonnen - und Windstrom heruntergeregelt werden." Ja ist das nicht letztlich das Ziel - auch der Regierung ? Wenn man nicht wüsste, wie konsequent sich Frau Merkel bei internationalen Klimagipfeln stets für den Ausbau der erneuerbaren Energien einsetzt, könnte man glatt auf die Idee kommen, Sonne, Wind & Co haben ihre Hausaufgaben besser gemacht als die herkömmliche Energiewirtschaft und der Erfolg bedroht die Erträge aus der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke. Vielleicht sind doch einige Schweine gleicher als andere?
In den letzten Wochen gibt es immer kritische Stimmen zur Photovoltaik: Sie wäre verantwortlich für die hohen Strompreise und überhaupt würde es zeigen, dass Solarenergie zu teuer ist. Ich finde, da hebt Desinformation auf populistischen Flügeln ab. Mir ist es ein Bedürfnis, die Diskussion wieder auf den Boden zu bringen.
Eine der größten technischen Herausforderungen ist immer noch die Speicherung von großen Mengen Strom über längere Zeit. Dr. Michael Specht vom Forschungsinstitut ZSW und Gregor Waldstein von SolarFuel beschreiben in einem gehaltvollen Artikel für die Fachzeitschrift "ew Energiewirtschaft", Ausgabe September, wie man Überschussstrom aus Wind und Photovoltaik in Erdgas umwandeln und bei Bedarf wieder zurück verwandeln kann. Faszinierend sind für mich zwei Dinge:
Energie mit Zukunft - Das bewegte mich als ich mich 1977 als Physiker für die Solarenergie als Berufsfeld entschied und das möchte ich zum ersten Thema in unserer neuen Website machen. Viele meiner Wünsche haben sich erfüllt seit damals. So sind die erneuerbaren Energien zu einer weltweiten Industrie geworden, werden nationale und europaweite Ziele für eine nachhaltige Energieversorgung mit erneuerbaren Energien gesetzt. Doch ein Wunsch ist noch offen: Dass herkömmliche und zukünftige Energiewirtschaft an einem Strang ziehen. Für mich ist die Laufzeitverlängerung bei Atomkraftwerken durch die Politik ein Rückschritt in ein kurzsichtiges Löcherstopfen statt einer nachhaltigen Umsetzung der eigenen Ziele. Dabei meine ich nicht nur die hehren Motive des Klimaschutzes sondern ganz banal auch die Kosten. Die Politik freut sich über rund 15 Milliarden Euro Zusatzeinnahmen. Doch die Mehrkosten einer herkömmlichen Energieversorgung mit Atom und fossiler Energie belaufen sich bis 2050 auf 730 Milliarden Euro. Das hat der Forschungsverbund Erneuerbare Energien FVEE 2010 in einer Studie detailliert niedergelegt. Zwei Zitate daraus: