Die Geschichte der PR

Die Geschichte der PR

Tack-Tack-Tack-Tack-Tack-Biiing-Ratsch! Kaum einer nutzt sie noch, doch jeder kennt das typische Geräusch einer Schreibmaschine in Aktion. Eine geniale Erfindung, und dennoch: Das Tippen auf einer Schreibmaschine war mühselig, ein Kraftakt für die Hände, ständig abrutschende Finger, die schmerzend in den Zwischenräumen der Tastatur feststecken. Man drückt die 8 statt das B oder zweimal V für ein W, weil einfach nie alle Tasten funktionieren. Und wehe dem, der sich vertippt – alles auf Anfang.

Am heutigen Tag der Schreibmaschine wollen wir aber nicht nur mit Grauen zurückdenken. Immerhin wäre die Schreibmaschine jahrzehntelang nicht aus dem deutschen Pressealltag wegzudenken gewesen. Wir wollen den Gedenktag deshalb auch nutzen, um einen Blick in die Vergangenheit unserer heutigen Tätigkeit, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, zu werfen. Alles begann im Europa und den USA des 19. Jahrhunderts…

… mit den ersten Schreibmaschinen, neuen Druckpressen, der modernen Massenpresse, ersten staatlichen Pressebüros und der Entwicklung des Begriffs „Public Relations“ (PR) in den USA. Die zutreffendste deutsche Entsprechung für „PR“ kam 1917 mit dem Begriff „Öffentlichkeitsarbeit“ auf. Die Ursprünge der PR in Deutschland lassen sich zwar schon früher ausmachen. So spielt beispielsweise Karl Varnhagen von Ense als erster „preußischer Pressesprecher“ im 19. Jahrhundert eine entscheidende Rolle bei der Entstehung staatlicher Öffentlichkeitsarbeit. Großflächiger professionalisiert wird die PR hierzulande aber erst Anfang des 20. Jahrhunderts.

Größen der PR-Geschichte

Als Pionier der PR gilt der US-amerikanische Zeitungsreporter Ivy Lee, der 1904 eine eigene PR-Agentur gründete und damit ein ganz anderes Ziel verfolgte als seine Mitstreiter: Er wollte die Öffentlichkeit mit relevanten Informationen versorgen, nicht Unternehmensinformationen vor Medien vertuschen. Als erster nutzte er die Pressemitteilung als Kommunikationsinstrument, als Verbindung zwischen Unternehmen und Presse. Sie überlebt bis heute.

Urvater der PR ist jedoch ein anderer: Edward Bernays. Ein Neffe Sigmund Freuds, ein Manipulator und Meinungsmacher. Der Spiegel schreibt: „Mit seiner Arbeit legte er den Grundstein für eine Konsumkultur, in der Menschen kaufen, was sie nicht wollen und Bedürfnisse befriedigen, die sich nicht haben.“

Tatsächlich versteht er selbst PR als Manipulation, seine Errungenschaften aus den 1920er und 1930er Jahren sind so kurios wie zahlreich: Er etablierte Haarnetze als Hygienestandard in der Lebensmittelproduktion, als deren Umsatz wegen des Trends zur Kurzhaarfrisur in der Bevölkerung sank. Er verhalf dem unbeliebten Calvin Coolidge zur US-Präsidentschaft, steigerte die Verkaufszahlen von Schinken durch die Erfindung des „American Breakfast“ und etablierte das Rauchen für Frauen als Symbol der Emanzipation. Bei seinen PR-Kampagnen setzte er auf Gefühle, nicht wie bis dahin üblich auf Verstand.

So war es auch Edward Bernays, der die Abkürzung MS für Multiple Sklerose erfand – eine Bezeichnung, viel zu kompliziert für die breite Masse. Die Beispiele verdeutlichen die Funktion von PR zu Bernays Zeiten: Sie liegt im Spielfeld zwischen politischer Beeinflussung, Marketing und öffentlicher Meinungsbildung.

PR in Zeiten des deutschen Nationalsozialismus

Mit dem Aufstieg des Nationalsozialismus verkommt die PR vollkommen zu politischer Propaganda, nicht nur, aber maßgeblich in Deutschland. Staatliche Pressebüros betreiben Kriegs-PR. Die Pressefreiheit, erst 1874 im Reichspressegesetz verankert, wird außer Kraft gesetzt. Die Zeitung wird zum „Träger öffentlicher Aufgaben“, die Presse zum Instrument, um das deutsche Volk im Sinne des Nationalsozialismus zu beeinflussen. Frei entwickeln kann sich die PR erst nach Ende des zweiten Weltkrieges, dann jedoch wird sie schnell zum festen Teil der modernen und unabhängigen Massenkommunikation.

Die PR in der neuen Medienlandschaft

Bis heute ist die PR geprägt von der berühmten Lasswell-Formel „Wer sagt was in welchem Kanal zu wem mit welchem Effekt?“ – der US-amerikanische Politik- und Kommunikationswissenschaftler Harold Dwight Lasswell stellte sie 1948 auf. Sie ist Teil jeder Pressemitteilung, die sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum festen Bestandteil der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit etabliert, verfasst auf inzwischen elektrischen Schreibmaschinen.

Mit dem Aufkommen von Funk und Fernsehen entwickelt sich auch die PR weiter. Die Zusammenarbeit mit Medienvertretern einer freien Presse prägt das Geschäft der Öffentlichkeitsarbeit bis heute. Auch die Abtrennung zu Marketing und Propaganda wird schärfer. Seit den 1980er Jahren wächst die Anzahl von PR-Beratern und PR-Agenturen, von Pressemitteilungen und Stellen für Öffentlichkeitsarbeit rasant. Aus der modernen Medienlandschaft ist sie inzwischen kaum mehr wegzudenken.

Im Wandel bleibt sie dennoch: Denn die Digitalisierung verändert die Arbeit von Medienvertretern und Kommunikatoren umfassend; Podcasts, Bewegtbild und soziale Medien erhalten Einzug, ohne dass Printmedien verschwinden. Die moderne PR ist daher so komplex und vielfältig wie nie. Sie schafft unzählbare Möglichkeiten für Unternehmen, bei Stakeholdern und in der Öffentlichkeit Vertrauen und Verständnis zu schaffen. Wie Unternehmen das mithilfe der PR schaffen, dazu beraten wir Sie gerne. Sprechen Sie uns einfach an.

 

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